Tod einer Grundschule: Das Beispiel Rheden
Was passiert, wenn die Schülerzahlen an einer Grundschule drastisch sinken?
Sie wird geschlossen. So auch die Grundschule zu den Sieben Bergen in Rheden.
Die Schule wurde 1955 als Dorfschule gegründet. Seither besuchen sie Schüler aus den Gemeinden Rheden und Brüggen. Momentan werden 63 Schüler von 4 Lehrern unterrichtet. „Die Schülerzahlen sind so gering, dass schon seit Jahren eine Klasse pro Jahrgang ausreicht“, sagt Marcus Tischbier, im Gronauer Rathaus zuständig für Schulen. Das ist im Vergleich mit den anderen Grundschulen der Umgebung sehr ungewöhnlich. Und es werden sogar noch weniger Schüler. Laut Prognose verringern sich die Zahlen bis 2016 um fast die Hälfte. Das heißt, es wird teilweise nur neun Schüler in einem Jahrgang geben. Laut Klassenbildungserlass des Landes Niedersachsen sind das aber keine ausgewogenen Klassenstärken. Der einzige Weg zur Erhaltung der Grundschule ist daher die Kombination von mehreren Jahrgängen in einer Klasse. Die Fachbehörde hält davon aber nichts, sie sieht sieht in diesen „Kombi-Klassen“ nur eine organisatorische Notlösung.
Doch nicht nur Schüler fehlen, auch Lehrer. Wenn einer der vier krank wird, gibt es Komplikationen, so wie im vergangenen Winter. Durch Krankheit fielen zwei Lehrkräfte aus, Vertretungslehrer gibt es nicht. So mussten zwei Lehrer vier Klassen unterrichten, was Eltern stark kritisierten.
Diese Vorfälle waren der Anlass zur Spekulation über die Zukunft der Grundschule. Nach mehreren negativ ausfallenden Zukunftsprognosen, Sitzungen und Abstimmung fiel die Entscheidung, dass es aus pädagogischer Sicht das Beste sei, die Grundschule zu schließen. Auch die Eltern der betroffenen Schüler stimmten mehrheitlich für die Schließung der Grundschule. Sie fordern jedoch, dass der Elternwille auch bei weiteren Entscheidungen zur Zukunft der Schüler der Grundschule Rheden einfließt. Dazu gehört die Frage: Was passiert mit den Schülern und Lehrern wenn eine Schule geschlossen wird ?
Laut Gesetz müssen neue Schulbezirke festgelegt werden, in denen den einzelnen Gemeinden zugeordnet wird, auf welche Schulen die Kinder der Orte gehen, erklärt Marcus Tischbier von der Samtgemeindeverwaltung. Die Schüler aus Brüggen und Rheden müssen also neuen Grundschulen zugeteilt werden. In Frage kommen die Grundschulen Gronau und Banteln, da sie am nächsten liegen. Wie die Schüler aufgeteilt werden, damit auch dort keine Probleme mit den Klassengrößen auftreten, ist aber noch nicht ganz abgeschlossen. „Wir werden aber bis zum Zeitpunkt der Schließung eine Lösung gefunden haben, die allen entgegenkommt“, verspricht Tischbier. Die Lehrer und alle weiteren Mitarbeiter der Grundschule brauchen sich keine Gedanken um ihren Arbeitsplatz machen. „Alle Arbeitskräfte werden an anderen Schulen übernommen“, versichert Tischbier.
Anna Sophie Hollstein
Klasse 10A des CJD Elze